Lädt ...
Skip to content

News

Sorten, Sorten, Sorten…

Wir freuen uns über jede Sortenzulassung, denn diese ist der erste Lohn für unsere langjährigen Selektionen!

Im Jahr 2025 waren dies in Europa:

EHUBIA ertragreiche Sommer-Braugerste mit sehr günstigem Marktwarenanteil
EHODINI begrannter und gesunder Qualitätswinterweizen mit Steinbrandresistenz – Vermehrung über Die Saat/RWA AG
EPOLLON hochertragreicher und ährengesunder Winter-Mahlweizen, Kolben  –  Vermehrung über Probstdorfer Saatzucht

Deutschland
ED hochertragreicher und gesunder Bio-Winter-Mahlweizen, Kolben

 Kasachstan
ELAYA begrannter, hochertragreicher Sommer-Qualitätsweizen

Zwei Neuzulassungen gab es für uns im März 2026 in Kroatien
ELMI winterharter Winter-Qualitätshafer mit weißen Spelzen
EUROJACK winterharter Winterhafer mit weißen Spelzen

 

Besonders stolz sind wir darauf, dass das Malz-Komitee unsere Sommer-Braugerste EDELMIRA als eine der Hauptbraugersten für Österreich
ab 2026 akzeptiert hat; EDELMIRA wird nun in größerem Maßstab vermehrt.

 

 

 

 

MaltBarOmics – Projektabschluss in der Wintergersten-Züchtung: MalzGersteOmics

Die Verbesserung von Wintergerstensorten ist ein zentrales Ziel der modernen Pflanzenzüchtung, insbesondere angesichts steigender Anforderungen an Kornertrag, Malzqualität für die Brauindustrie und Resilienz gegenüber biotischen Stressfaktoren. Im Rahmen dieses Projekts standen Wintergerstensorten der Saatzucht Edelhof 
im Fokus, mit dem Ziel, den Kornertrag zu steigern, die Malzqualität zu verbessern und die Resistenz bzw. Toleranz gegenüber dem Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus, BYDV) zu erhöhen – einem bedeutenden Risiko für die Gerstenproduktion, insbesondere
unter zunehmend warmen Herbstbedingungen.

Zur Unterstützung dieser Züchtungsziele wurden zwei moderne wissenschaftliche Ansätze kombiniert. Die Genomik wurde eingesetzt, um die DNA
der Gerstenpflanzen zu untersuchen und nützliche genetische Unterschiede zu identifizieren, während die Transkriptomik analysierte, wie Gene während spezifischer Prozesse, etwa der Keimung im Mälzungsprozess, aktiviert werden.

Es wurde ein umfangreicher und vielfältiger Datensatz ausgewertet. Dieser umfasste historische Feld- und Qualitätsdaten seit 2011, DNA-Sequenzierungsdaten
von mehr als 1.000 Gerstensorten und Zuchtlinien sowie RNA-Sequenzierungsdaten von neun Braugersten-Sorten, die während der Keimungsphase der Mikro-Mälzung beprobt wurden. Zusätzlich wurden langjährige Mikro-Mälzungsdaten herangezogen, um die RNA-Seq-Ergebnisse zu stützen und zu interpretieren.

Die RNA-Sequenzierungsanalysen zeigten deutliche Unterschiede in der Genaktivität zwischen Gerstensorten mit unterschiedlicher Malzqualität. Diese Ergebnisse ermöglichen die Identifikation von Genen, die eine Schlüsselrolle für die Mälzungsleistung spielen, und liefern wertvolle Erkenntnisse sowohl für die wissenschaftliche Forschung als auch für die praktische Züchtung.

Die DNA-Sequenzierungsanalysen identifizierten spezifische genetische Marker, sogenannte Single Nucleotide Polymorphisms (SNPs), die mit wichtigen Malzqualitätsmerkmalen assoziiert sind. Diese SNPs können in KASP-Marker (Kompetitive Allel-Spezifische PCR) überführt werden – effiziente und kostengünstige Werkzeuge, mit denen Züchter vielversprechendes Zuchtmaterial gezielt auswählen können.

Eine der größten Herausforderungen in der Braugerstenzüchtung ist, dass die Bewertung der Malzqualität teuer ist und in frühen Zuchtgenerationen nicht auf eine
große Anzahl von Proben angewendet werden kann. In dieser Phase erfolgt die Selektion meist allein anhand von Kornertrag und Pflanzengesundheit, was häufig zum Verlust von Stämmen mit hohem Malzpotenzial führt. Durch den Einsatz genetischer Marker können Züchter bereits in frühen Generationen auf Malzqualität
selektieren und wertvolles genetisches Material erhalten.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts war die Identifikation und Validierung von etwa 16 SNP-Markern, die auf Basis historischer Mikro-Mälzungsdaten mit der
Malzqualität assoziiert sind. Diese Marker werden nun zu KASP-Markern weiterentwickelt und bieten den Züchtern ein leistungsfähiges Werkzeug für die frühe
Selektion hochwertiger Braugerstenlinien.

Durch den Einsatz der markerunterstützten Selektion (MAS Marker Assisted Selection) kann die Saatzucht Edelhof Gerstensorten und Zuchtlinien mit BYDV-Toleranz effizient entwickeln, indem bekannte Resistenzmarker, wie etwa die Ryd2 -Gene, gezielt genutzt werden. Ergänzend ermöglicht die Anwendung der Dopple-Haploid-Technologie die schnelle Entwicklung genetisch homogener Stämmen und beschleunigt den Züchtungsprozess erheblich. So können vielversprechende BYDV-tolerante Braugerstenlinien bereits in frühen Zuchtgenerationen identifiziert werden.

Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne genetische Methoden die klassische Pflanzenzüchtung sinnvoll ergänzen können. Durch die Kombination langjähriger Felderfahrung mit genomischen und transkriptomischen Analysen wird die Gerstenzüchtung präziser, effizienter und nachhaltiger. Die erzielten Ergebnisse
unterstützen Landwirte, stärken die regionale Brauwirtschaft und tragen dazu bei, die Landwirtschaft an die zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

Dieses Projekt wurde im Rahmen des FFG-Bridge-Programms Nr. 41745015 gefördert und in enger Zusammenarbeit zwischen der Universität für Bodenkultur
-Institut für Pflanzenzüchtung und Genomik als wissenschafltichem Partner
, sowie den Projektpartnern Saatzucht Edelhof GmbH, Saatzucht Edelhof Landwirtschaftliche Fachschule und dem Verein zur Förderung einer nachhaltigen und regionalen Pflanzenzüchtung durchgeführt.

Dr. Mina Zamini, Züchterin Wintergerste a.D.

 

 

 

 

Fachtag Ackerbau „Neue Herausforderungen und Lösungen im Pflanzenschutz“

Der diesjährige Fachtag beschäftigte sich mit dem Thema Pflanzenschutz aus verschiedenen Blickrichtungen. Die Veranstaltung wurde in bewährter Weise von Elisabeth Zechner, LFS Edelhof, und Martin Größ, BBK Zwettl, vorbereitet. Interessierte LandwirtInnen, LehrerInnen und Edelhofer SchülerInnen verfolgten die interessanten Vorträge.

Direktorin Michaela Bauer-Windischhofer eröffnete Kammerobmann Dietmar Hipp mit einem pointierten Überblick zu aktuellen regionalen und überregionalen Themen der Landwirtschaft den Vormittag. Martin Größ und Sissy Zechner führten souverän durch das Programm.

Unter dem Titel „Neue Unkräuter und Giftpflanzen in der Landwirtschaft“ beleuchtete Swen Follak, Herbologe am AGES Institut für Nachhaltige Pflanzenproduktion, die sich wandelnde Unkrautflora. Im Fokus standen Giftpflanzen wie Stechapfel sowie hochallergene Arten wie Ambrosia (Ragweed) und schwer bekämpfbare Neueinwanderer im Waldviertel, darunter verschiedene Hirsearten.
Darauf aufbauend sprach Christian Emsenhuber vom Referat Pflanzenschutz der LK NÖ über „Resistenzmanagement und Wirkstoffverfügbarkeiten im Ackerbau“. Er erläuterte die Entstehung von Resistenzen bei Ungräsern, plädierte für den gezielten Wechsel der Wirkstoffgruppen und betonte die Vorteile einer Herbstbekämpfung in der Herbizidstrategie.
Einen Blick in die Zukunft des Pflanzenschutzes warf Markus Freudhofmaier (RWA AG, Abteilung Pflanzenschutz) mit seinem Vortrag „RNAi – ein neuer Wirkmechanismus für den Pflanzenschutz“. Die Technologie könnte künftig eine wichtige Ergänzung bei der Kartoffelkäferbekämpfung darstellen. Erste Feldversuche laufen im Versuchsnetz der LAKO an der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn.
Auch der „Pflanzenschutz-Warndienst“ entwickelt sich stetig weiter: Vera Pachtrog-Wilfinger von der LK NÖ, Landeskoordinatorin des Warndienstes für Niederösterreich und Fachbereichskoordinatorin für Ackerbau, präsentierte aktuelle Neuerungen sowie erweiterte Monitoring- und Prognosemodelle.

Wichtige Information: Sämtliche Vortragsunterlagen können unter  https://lfs-edelhof.ac.at/2026/02/24/8821/ auf der Edelhofer Website unter NEWS heruntergeladen werden.

 

 

Fachtag Ackerbau_23.02.2026_Foto (002)

von links: Erhard Kührer Landesgüterdirektor Land NÖ, Vera Pachtrog-Wilfinger LK-NÖ, Christian Emsenhuber LK-NÖ, 
Michaela Bauer-Windischhofer Direktorin LBZ Edelhof, Martin Größ BBK Zwettl, Markus Freudhofmaier RWA AG, Swen Follak AGES,
Sissy Zechner Saatzucht LFS Edelhof

Neue vollautomatische Beizmaschine
an Saatzucht Edelhof in Betrieb

LR Teschl-Hofmeister: Widerstandsfähiges und vitales Saatgut dank moderner Technik

 

Edelhof (8.10.2025) Eine der ältesten Vorsorgemaßnahmen im Pflanzenschutz ist das Beizen des Saatguts. Vor allem beim Anbau im Herbst, ist der Schutz der Samenkörner bzw. der jungen Sämlinge notwendig, damit ihnen Pilze und Fraßschädlinge nichts anhaben können. An der Saatzucht Edelhof ist nun eine neue Maschine in Betrieb gegangen, die eine vollautomatische Beizung bei größtmöglicher Schonung des Saatgutes ermöglicht. „Die Saatzucht Edelhof ist der älteste noch aktive Getreidezuchtbetrieb Österreichs. Hier wird seit über 120 Jahren intensiv an der Züchtung von Getreidesorten, die an die regionalen Klimabedingungen angepasst sind, gearbeitet. Dank moderner Technik wird hier seit Generationen widerstandsfähiges und vitales Saatgut erzeugt“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „Der Einsatz der neuen Beizmaschine ist ein weiterer Schritt zur Erhaltung der genetischen Sortenvielfalt in Form von hochwertigem Original-Saatgut, welches der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Zudem kommt dieses Know-how auch den Schülerinnen und Schülern der Landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof im praktischen Unterricht zugute“, so Teschl-Hofmeister.

„Für uns als Versuchsbetrieb ist der neue sogenannte Magazinbeizer ein Meilenstein bei der Pflanzenzüchtung. Denn die Beizmittel können nun gleichmäßig und abriebfest auf der Saatgutoberfläche verteilt werden. Zudem ist die Anlage optimal für die Beizung kleiner, sortenreiner Saatgutproben von 25 bis 250 Körnern geeignet, wie wir sie häufig bei der Züchtung verwenden“, informiert Saatzucht-Betriebsleiter Andreas Jager. „Diese Kleinmengen kommen insbesondere in frühen Züchtungsgenerationen zum Einsatz und werden mittels Magazin-Sätechnik angebaut. Damit schaffen wir die Grundlage für gesundes Ausgangssaatgut, das hohe Qualität und maximale Sicherheit gewährleistet“, so Jager.

„Die neue Maschine überzeugt durch ihre ausgereifte Paddel-Beiztechnik, die eine gleichmäßige, schonende und gründliche Durchmischung des Saatguts ermöglicht. Jedes Korn wird sorgfältig mit Beizmittel umhüllt, ohne dabei beschädigt zu werden. Dies ist ein wesentliches Kriterium für die Saatgutqualität“, erklärt Landesgüterdirektor Erhard Kührer. „Die Anlage gewährleistet nicht nur präzise Ergebnisse, sondern auch höchste Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz. Man kommt mit dem Beizmittel nicht in Kontakt und durch die Absauganlage gibt es keine Belastung durch Staub“, so Kührer.(Schluss)

Edelhof Beizmaschine-25 Copyright Mück